Bevor Sie sich für eine Solaranlage entscheiden, sollten Sie das Solarpotenzial Ihres Daches kennen. Die gute Nachricht: Über die Hälfte aller Schweizer Dächer eignen sich für die Nutzung von Solarenergie. Doch wie genau ermittelt man das Potenzial, und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?
Die wichtigsten Faktoren für das Solarpotenzial
Das Solarpotenzial eines Daches wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Die Kenntnis dieser Faktoren hilft Ihnen, eine realistische Einschätzung zu treffen und das Optimum aus Ihrer Solaranlage herauszuholen.
Dachausrichtung
Die Ausrichtung Ihres Daches hat den grössten Einfluss auf den Solarertrag. Ein nach Süden ausgerichtetes Dach erhält in der Schweiz die maximale Sonneneinstrahlung und liefert den höchsten Ertrag. Doch auch andere Ausrichtungen können sehr rentabel sein. Ost- oder Westdächer erreichen typischerweise 80-90% des Südertrags. Eine Ost-West-Kombination hat sogar den Vorteil, dass der Strom gleichmässiger über den Tag verteilt produziert wird, was den Eigenverbrauch begünstigt.
Dachneigung
Der optimale Neigungswinkel für Solarmodule liegt in der Schweiz bei etwa 30 Grad. Bei diesem Winkel trifft die Sonnenstrahlung im Jahresmittel optimal auf die Module. Abweichungen von 10-50 Grad führen nur zu geringen Ertragseinbussen von 5-10%. Flachdächer bieten den Vorteil, dass die Module in der optimalen Neigung aufgeständert werden können.
Verschattung
Verschattung ist einer der grössten Ertragskiller bei Solaranlagen. Bäume, Schornsteine, Nachbargebäude oder Berge können Teile des Daches zeitweise beschatten. Schon eine teilweise Verschattung kann den Ertrag erheblich reduzieren, da bei herkömmlichen Modulverschaltungen eine beschattete Zelle die gesamte Modulreihe beeinflussen kann. Moderne Optimierer und Mikrowechselrichter können dieses Problem allerdings deutlich abmildern.
Verfügbare Dachfläche
Die nutzbare Dachfläche bestimmt, wie viele Module installiert werden können und damit die maximale Anlagengrösse. Pro Kilowatt-Peak (kWp) installierter Leistung benötigen Sie etwa 5-6 Quadratmeter Dachfläche. Dachfenster, Kamine und Lüftungsanlagen reduzieren die nutzbare Fläche.
Standort und Klima
Die Sonneneinstrahlung variiert in der Schweiz je nach Region erheblich. Im Wallis und Tessin liegt die jährliche Globalstrahlung bei 1'400-1'600 kWh/m², während das Mittelland Werte von 1'100-1'300 kWh/m² erreicht. Auch die Höhenlage spielt eine Rolle: In den Bergen ist die Strahlung intensiver, und die kühleren Temperaturen verbessern den Wirkungsgrad der Module.
Wie berechnet man das Solarpotenzial?
Für eine erste Einschätzung können Sie einen kostenlosen Online-Solarrechner nutzen. Dieser berücksichtigt die genannten Faktoren und gibt Ihnen innerhalb weniger Minuten eine Ertragsberechnung. Alternativ bietet das Bundesamt für Energie mit sonnendach.ch ein Tool, das für jedes Gebäude in der Schweiz das Solarpotenzial berechnet hat.
Für eine präzise Berechnung empfiehlt sich eine Analyse durch einen Fachplaner, der auch lokale Verschattungssituationen, die Statik des Daches und den optimalen Modultyp berücksichtigt. Diese detaillierte Planung ist der nächste Schritt nach einem positiven Online-Solarcheck.
Was können Sie erwarten?
Als Faustregel gilt: In der Schweiz erzeugt 1 kWp installierter Leistung etwa 950-1'100 kWh Strom pro Jahr. Eine typische 10-kWp-Anlage auf einem Einfamilienhaus produziert somit 9'500-11'000 kWh jährlich - genug, um den Strombedarf eines durchschnittlichen Haushalts zu decken und noch überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen.
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